SO LÄUFT EIN PIERCING BEI UNS AB
Bevor wir piercen, nehmen wir uns Zeit für eine kurze Beratung. Dabei klären wir Platzierung, Schmuck, mögliche Risiken und beantworten offene Fragen. Erst wenn alles klar ist, geht es weiter.
Die gewünschte Stelle wird angezeichnet und gemeinsam kontrolliert. Änderungen sind jederzeit möglich, bis du zufrieden bist.
Das Piercing selbst erfolgt mit einer Nadel. Direkt im Anschluss setzen wir geeigneten Erstschmuck ein, der genug Platz für die anfängliche Schwellung lässt.
Nach dem Piercen reinigen wir die Stelle und geben dir eine klare Einweisung zur Pflege und zum Heilungsverlauf – damit du weißt, was in den nächsten Tagen wichtig ist und wann du dich bei uns melden solltest.
In den ersten ein bis zwei Tagen reagiert dein Körper auf das frische Piercing. Dabei können folgende Dinge auftreten:
- leichte bis mäßige Schwellung
- Druckempfindlichkeit
- Wärmegefühl
- leichte Blutungen
- klarer oder leicht gelblicher Wundfluss
Das ist normal und Teil des Heilungsprozesses.
In dieser Phase ist wichtig:
- das Piercing nicht anzufassen, außer zur Pflege
- den Schmuck nicht zu drehen oder zu bewegen
- Druck, Reibung und unnötige Belastung zu vermeiden
- nur mit sauberen Händen in die Nähe der Stelle zu kommen
Solltest du unsicher sein oder etwas nicht einordnen können, melde dich jederzeit bei uns.
DIE ERSTEN 2 TAGE
Ein Piercing heilt am besten, wenn es in Ruhe gelassen wird.
Zu häufiges Reinigen oder Manipulieren kann die Heilung verzögern.
So pflegst du dein Piercing richtig:
- 1-2x täglich reinigen mit steriler Kochsalzlösung
- Kochsalzlösung auf eine sterile Vlieskompresse auftragen und damit sanft das Piercing umschließen
- 1-5 Minuten einwirken lassen, um Krusten zu lösen
- den Schmuck nicht drehen oder verschieben
- überschüssige Feuchtigkeit vorsichtig abtupfen
Mehr als zwei Reinigungen pro Tag sind in der Regel nicht sinnvoll und können das Gewebe unnötig reizen.
TÄGLICHE PFLEGE – DAS WICHTIGSTE
Für die Heilung eines Piercings ist Zurückhaltung entscheidend. Viele zusätzliche Produkte oder Hausmittel wirken gut gemeint, können die Heilung aber eher verzögern als unterstützen.
Bitte verzichte während der Heilungsphase auf:
- alkoholhaltige Desinfektionsmittel
- Salben oder Cremes
- Pflegeprodukte mit Duftstoffen, ätherischen Ölen oder Farbstoffen
- Hausmittel wie Kamille, Teebaumöl, Aloe Vera, Honig o. Ä.
- aggressive Seifen oder Duschgele direkt am Piercing
Ebenfalls wichtig:
- den Schmuck nicht drehen oder „freimachen“
- Krusten nicht abkratzen
- Schmuck nicht eigenständig entfernen
Im Zweifel gilt: lieber kurz bei uns nachfragen, bevor du etwas ausprobierst.
WAS DU NICHT VERWENDEN SOLLTEST
Während der Heilung verändert sich ein Piercing immer wieder. Viele Reaktionen sehen ungewohnt aus, sind aber völlig normal.
Typische, normale Anzeichen während der Heilung:
- leichte bis mäßige Rötung
- Schwellung
- Druck- oder Spannungsgefühl
- Wärme an der Stelle
- klare bis leicht gelbliche Absonderungen, die antrocknen können
- gelegentliches Ziehen oder Pochen
Melde dich bitte bei uns, wenn:
- Schmerzen deutlich zunehmen oder anhalten
- starke, sich ausbreitende Rötung entsteht
- deutliche Hitze oder starkes Pochen auftritt
- gelb-grüner, übel riechender Ausfluss auftritt
- Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl hinzukommt
- du unsicher bist oder ein schlechtes Gefühl hast
Lieber einmal zu viel melden als zu spät.
WAS IST NORMAL – WAS NICHT?
Der Schmuck, den du direkt nach dem Piercen bekommst, ist bewusst etwas länger gewählt. So hat das Gewebe genug Platz für die anfängliche Schwellung.
Sobald diese sichtbar zurückgegangen ist, kann der Schmuck angepasst werden. Diese Anpassung nennt man Downsizing.
Ein zu langer Schmuck kann sich unnötig bewegen, Reibung verursachen und die Heilung verzögern. Außerdem kann er Migration begünstigen – das bedeutet, dass sich das Piercing im Gewebe langsam seine Position verändert.
Ein Downsizing ist in der Regel nach etwa vier bis sechs Wochen sinnvoll, abhängig von Körperstelle und individuellem Heilungsverlauf.
Melde dich gern bei uns, sobald die Schwellung zurückgegangen ist. Wir prüfen dann gemeinsam, ob und wann eine Anpassung sinnvoll ist.
Das Downsizing ist kein zusätzlicher Schmuckwechsel, sondern ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses.
DOWNSIZING – ANPASSUNG DES ERSTSCHMUCKS
Auch wenn sich ein Piercing nach einiger Zeit gut anfühlt, ist es oft noch nicht vollständig verheilt. Die Heilung findet im Inneren des Stichkanals statt.
Während der Heilungsphase sollte der Schmuck nicht selbstständig entfernt oder gewechselt werden.
Ein professioneller Schmuckwechsel ist in der Regel möglich, sobald das Piercing:
- deutlich ruhiger ist
- keine ausgeprägte Schwellung mehr zeigt
- und die erste Heilungsphase abgeschlossen ist
Den genauen Zeitpunkt beurteilen wir individuell gemeinsam mit dir.
Ein Formwechsel (z. B. von Labret auf Ring beim Nostril) ist erst nach der komplette Heilung (6-12 Monate) empfohlen
SCHMUCK WECHSELN
- Ohrläppchen: ca. 4-6 Monate
- Knorpelpiercings (Ohr), Nase, Augenbraue: ca. 6-12 Monate
- Bauchnabel, Nippel: ca. 6–12 Monate
Auch nach diesen Zeiträumen kann das Piercing im Inneren noch empfindlich sein. Geduld ist ein wichtiger Teil der Pflege.
HEILUNGSDAUER (RICHTWERTE)
BEREICHSSPEZIFISCHE ERGÄNZUNGEN
Ohrläppchen
- nicht unnötig am Schmuck spielen
- Haare und Kopfhörer möglichst vom Piercing fernhalten
- nicht auf dem frischen Piercing schlafen
Knorpelpiercings (z.B. Helix, Tragus, Conch)
- nicht auf der gepiercten Seite schlafen
- Druck durch Kopfhörer, Helme oder Mützen vermeiden
- Haare regelmäßig zur Seite halten
Ein Downsizing ist bei Knorpelpiercings nötig.
Nasenpiercing (Nostril)
- Schmuck nicht drehen oder verschieben
- beim Naseputzen vorsichtig sein
- Make-up und Cremes im Bereich des Piercings vermeiden
Ein Wechsel von Labret auf Ring ist erst nach der kompletten Heilung empfohlen.
Septum
- Schmuck möglichst ruhig halten
- unnötiges Hoch- und Herunterklappen vermeiden
- nicht am Schmuck spielen
Augenbrauen
- unnötige Berührungen vermeiden
- Druck durch Schlafen auf der gepiercten Seite vermeiden
- beim Umziehen, Abtrocknen oder Abschminken vorsichtig sein
Ein Downsizing ist hier häufig sinnvoll, da Augenbrauenpiercings zu Migration neigen können.
Mund- & Lippenpiercings allgemein
- nach dem Essen, Trinken oder Rauchen den Mund mit Wasser ausspülen
- gute, aber nicht übertriebene Mundhygiene
- nicht auf den Schmuck beißen oder spielen
Ein Downsizing ist hier oft sinnvoll, um Zähne und Zahnfleisch zu schützen.
Lippenpiercings (außen)
Make-up und Pflegeprodukte nicht direkt auf die Einstichstelle auftragen
Mundpiercings (innen)
- auf sehr scharfe, saure oder harte Speisen in der Anfangszeit verzichten
- heiße Getränke vorsichtig trinken
- nicht rauchen
Bauchnabel
- enge Kleidung und hohe Hosenbünde vermeiden
- auf Zug beim Sitzen, Bücken oder Sport achten
- nach dem Duschen sorgfältig trocknen
Ein Downsizing ist häufig sinnvoll.
Brustwarze
- scheuernde Kleidung vermeiden
- auf Druck durch Sport oder Schlafposition achten
- unnötige Berührungen vermeiden
Die Heilung kann mehrere Monate dauern und verläuft oft nicht gleichmäßig.